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STATION · KONTO

Geschäftskonto eröffnen: Ablauf, Unterlagen und Fallstricke

Vom ersten Gedanken bis zur ersten Buchung: welche Unterlagen Sie brauchen, in welcher Reihenfolge es sich bewährt und wo Anträge ins Stocken geraten.

Stand: 05.10.2026Autor: Mara LindnerLesezeit: 13 Min.

Hand legt eine dunkle Karte auf die Durchreiche eines hölzernen Schalters
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Kurz gesagt

Ein Geschäftskonto eröffnen Sie in der Regel mit einem gültigen Ausweis, Ihrer Steuer-ID oder einem Nachweis über die Selbstständigkeit und, bei einem Gewerbe, mit der Gewerbeanmeldung. Banken legen die Anforderungen selbst fest, bei Gesellschaften kommen Vertrag und Registerauszüge hinzu. Gesetzlich vorgeschrieben ist das Konto nur für Kapitalgesellschaften wie die GmbH. Alle anderen entscheiden selbst, ob sie eines wollen, und fahren damit meist besser als mit einem vermischten Privatkonto.

Beispiel (fiktiv): Lena illustriert Kinderbücher und hat im September ihre Selbstständigkeit beim Finanzamt gemeldet. Am zweiten Tag überweist ihr der erste Verlag eine Anzahlung, und plötzlich liegt zwischen Miete, Supermarkt und Zeichenpapier auch Geld, das sie sechs Wochen später für die Steuer brauchen wird. Lena ahnt, dass das nicht lange gutgeht. Ihre Frage lautet nicht „Welche Bank?“, sondern: Was muss ich eigentlich vorlegen, und wie lange dauert das?

Genau um diese beiden Dinge geht es hier. Zuerst klären wir, ob Sie ein Konto brauchen. Danach folgen die Unterlagen, ein realistischer Ablauf, die Unterschiede nach Rechtsform und die Stellen, an denen Anträge gern hängenbleiben. Welche Bank zu Ihnen passt, ist eine zweite Frage, und die lässt sich besser beantworten, wenn die erste erledigt ist. Für den Vergleich der Tarife gibt es den Geschäftskonto-Wegweiser.

Müssen Sie überhaupt ein Geschäftskonto eröffnen?

Die Gründerplattform hält sinngemäß fest: Ein Geschäftskonto ist für Freiberufler, Einzelunternehmer und Kleinunternehmer nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber dringend zu empfehlen. Für Kapitalgesellschaften gilt das Gegenteil: „Für Kapitalgesellschaften wie die GmbH ist ein Geschäftskonto Pflicht.“ Gründerplattform: Geschäftskonto eröffnen · Stand: 05.10.2026 Wer als Einzelunternehmer, Freiberufler oder Kleinunternehmer arbeitet, hat also die Wahl. Wer eine GmbH oder UG gründet, hat sie nicht.

Dass die Wahl besteht, heißt nicht, dass sie offen ist. Ein eigenes Konto trennt Geld, das Ihnen gehört, von Geld, das Ihr Betrieb bewegt. Das erleichtert die Abstimmung mit der Steuerberatung, falls Sie eine haben, und es erspart Ihnen später die mühsame Suche nach der einen Buchung zwischen vierhundert privaten. Die rechtliche Seite, etwa die Frage, wie lange Kontoauszüge aufzubewahren sind, hängt von Ihrer Gewinnermittlung ab und gehört in die Hände Ihres Steuerberaters oder des Finanzamts. Dieser Artikel macht dazu keine Aussagen.

Ein Gedanke noch zur Sorge, ein Geschäftskonto sei „etwas für richtige Unternehmen“. Banken kennen Konten für Einzelpersonen, die gerade erst anfangen. Mehrere Anbieter werben ausdrücklich mit Einstiegstarifen ohne monatlichen Grundpreis, und manche behandeln Gründer mit eigenen Angeboten. Die Hürde ist niedriger, als der Begriff „Geschäftskonto“ vermuten lässt.

Was braucht man für ein Geschäftskonto?

Für Freiberufler und Einzelunternehmer nennt die Gründerplattform diese Liste: Verlangt werden meist ein gültiges Ausweisdokument, die Steuer-ID oder ein Nachweis über die Selbstständigkeit und bei einem Gewerbe die Gewerbeanmeldung. Gründerplattform: Geschäftskonto eröffnen · Stand: 05.10.2026 Das ist ein Muster, kein Gesetz. Jede Bank entscheidet selbst, was sie sehen will, und fragt manchmal mehr, etwa zur Art der Tätigkeit oder zu erwarteten Umsätzen.

Je nach Rechtsform wächst der Stapel:

  • Freiberufler: Ausweis, Steuer-ID oder ein Nachweis, dass Sie selbstständig sind. Ob eine Gewerbeanmeldung nötig ist, hängt davon ab, was Sie tun. Für Freie Berufe entfällt sie laut dem Berliner Serviceportal. Wie eine freiberufliche Tätigkeit definiert ist, steht in § 18 EStG.
  • Einzelunternehmen mit Gewerbe: zusätzlich die Gewerbeanmeldung, also die Bestätigung, die Sie vom Gewerbeamt erhalten.
  • GbR oder OHG: die Ausweise aller Gesellschafter, der Gesellschaftsvertrag und, wo vorhanden, Gewerbeanmeldungen und ein Registerauszug.
  • GmbH oder UG: die Ausweise aller Vertretungsberechtigten, der Gesellschaftsvertrag, die Steuer-ID, die Gesellschafterliste, Vollmachten und der Handelsregisterauszug.

Die Zusammenstellung für Gesellschaften beruht ebenfalls auf der Gründerplattform. Gründerplattform: Geschäftskonto eröffnen · Stand: 05.10.2026

Der Handelsregisterauszug ist bei einer Gesellschaft in Gründung der heikelste Punkt, denn er existiert erst nach der Eintragung. Wie die einzelnen Anbieter damit umgehen, ist uneinheitlich und auf den Preisseiten fast nie beschrieben. Fragen Sie dort nach, wo Sie ein Konto vor der Eintragung brauchen, zum Beispiel für die Einzahlung des Stammkapitals.

Der Ablauf in sieben Schritten

Was jetzt folgt, ist eine Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt, keine amtliche Vorgabe. Die Zeiträume hängen vom Anbieter ab, deshalb stehen hier keine festen Tage.

Von der Entscheidung bis zur ersten Buchung
SchrittWas passiertTypische Stolperstelle
1. Bedarf notierenZahlungswege, Karten, Bargeld, weitere Nutzer, RechtsformNur den Preis anschauen und Bargeld vergessen
2. Tätigkeit anmeldenGewerbe beim Gewerbeamt oder Fragebogen beim Finanzamt, je nach TätigkeitDas Konto beantragen, bevor der Nachweis existiert
3. Anbieter eingrenzenZwei bis drei Angebote anhand belegter AngabenUnbekannte Eigenschaften als „ja“ lesen
4. Unterlagen bereitlegenScans oder Fotos, gut lesbar, in einem OrdnerAbgelaufener Ausweis, unscharfe Fotos
5. Antrag stellenOnline, per App oder in der FilialeAntrag abbrechen und neu beginnen
6. Identität bestätigenJe nach Bank Video-Ident, Filiale oder anderes VerfahrenSchlechte Beleuchtung, Verbindungsabbrüche
7. Konto einrichtenZugang, Karte, Daueraufträge, erste TestbuchungSofort alle Zahlungen umstellen

Zu Schritt 2 gehört eine Einordnung, die viele überrascht: Sie müssen das Konto nicht zwingend abwarten, bis alle Formalitäten erledigt sind, aber manche Anbieter wollen den Nachweis der Tätigkeit sehen. Gründen Sie ein Gewerbe, erledigen Sie die Gewerbeanmeldung zuerst. Arbeiten Sie freiberuflich, steht der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an, der laut ELSTER innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit elektronisch zu übermitteln ist. ELSTER: Unternehmensgründung · Stand: 04.10.2026

Filiale, Video-Ident oder App: drei Wege zum Konto

Über die Eröffnung wird je nach Anbieter ganz unterschiedlich gesprochen. Bei der DKB nennt die gelesene Seite Video-Ident als Verfahren. DKB-Business: offizielle Konditionen · Stand: 04.10.2026 Dabei bestätigen Sie Ihre Identität in einem Videogespräch mit Ausweis in der Hand. Das funktioniert gut, wenn Sie ruhig sitzen, genug Licht haben und den Ausweis ohne Spiegelung zeigen können. Es scheitert erstaunlich oft an Kleinigkeiten wie einem Ausweis in der Jackentasche im Nebenraum oder einer wackligen Verbindung.

Bei Sparkassen läuft vieles weiterhin über die Filiale. Die Berliner Sparkasse nennt bei ihrem Geschäftskonto einen Bargeldservice, der laut Seite in der Filiale stattfindet. Wer regelmäßig Bargeld einzahlt, Münzen etwa, kommt an einer Filiale oft nicht vorbei. Ein Filialtermin erfordert Zeit, bringt dafür aber eine Person mit, die Rückfragen sofort klärt und Unterlagen vor Ort prüft.

Die reinen Online- und App-Anbieter, in unserer Übersicht Qonto, Finom, Kontist und Holvi, beschreiben ihre Eröffnung auf den gelesenen Preisseiten nicht im Detail. Das ist kein Mangel an Qualität, es ist schlicht eine andere Seite: Die Preisübersicht beantwortet eine andere Frage als die Anleitung zum Antrag. Suchen Sie bei Ihrem Favoriten die Hilfeseite zum Konto für Selbstständige oder Ihre Rechtsform und lesen Sie die dortige Unterlagenliste, bevor Sie den ersten Schritt tun.

Was die Anbieterseiten zu Rechtsform und IBAN sagen

Die folgende Tabelle zeigt nur, was die gelesenen Seiten ausdrücklich bestätigen. „unbekannt“ bedeutet: Die Seite sagt dazu nichts, und wir ergänzen nichts. Sie ist keine Rangliste. Wenn eine Zeile für Sie wichtig ist, klären Sie sie vor dem Antrag direkt beim Anbieter. Qonto: offizielle Konditionen · Stand: 04.10.2026

Bestätigte Angaben der gelesenen Anbieterseiten (Auswahl)
AnbieterDeutsche IBANFür FreiberuflerFür GmbH oder UG
Qontojajaunbekannt
Finomunbekanntjaja
Kontistjajaja
Holvijajaja
N26 Businessunbekanntjaunbekannt
Revolut Businessunbekanntunbekanntunbekannt
DKB-Businessunbekanntjaja
ING Geschäftskontounbekanntjaunbekannt

Zwei Lesehilfen. Erstens: Eine deutsche IBAN ist für viele Gründer ein praktisches Detail, etwa wenn Auftraggeber oder Lastschriftpartner ausländische Kontonummern ablehnen. Welche IBAN Sie tatsächlich bekommen, steht erst im Konto, und wo die Preisseite schweigt, hilft nur die Nachfrage. Zweitens: Ein „ja“ in der Spalte für GmbH oder UG sagt, dass die Seite die Rechtsform nennt. Es sagt nichts über Tempo oder Auflagen bei einer Gesellschaft in Gründung.

Hände halten ein Klemmbrett mit leerem Blatt und Kugelschreiber auf einer Korkfläche
Der Antrag beginnt mit einem Formular und den Unterlagen, die die Bank verlangt.

Kann ich als GbR ein Geschäftskonto bei der ING eröffnen?

Diese Frage wird oft gestellt, und sie zeigt gut, wie eng die Quellenlage manchmal ist. Die gelesenen ING-Seiten nennen Konten für Selbstständige und Freiberufler. Für Unternehmen und Gründer verweist die ING nach unseren Notizen auf eigene Seiten, die wir nicht gelesen haben. Eine ausdrückliche Aussage zur GbR haben wir daher nicht. Wie Sie das klären: Rufen Sie die Seite für Unternehmen auf, suchen Sie die Rechtsform in der Liste, und bitten Sie im Zweifel per Nachricht um eine schriftliche Bestätigung. Bei einer GbR sind die Ausweise aller Gesellschafter und der Gesellschaftsvertrag der übliche Kern der Unterlagen.

Gesellschaft eröffnen: Wer unterschreibt, wer darf zugreifen?

Sobald mehrere Personen beteiligt sind, kommen Fragen dazu, die Einzelunternehmer nicht kennen. Die Unterlagenliste für die GmbH oder UG enthält die Ausweise aller Vertretungsberechtigten, die Gesellschafterliste und Vollmachten. Das spiegelt die Praxis: Die Bank will wissen, wer die Gesellschaft nach außen vertritt und wer auf das Konto zugreifen darf. Klären Sie das vor dem Antrag unter den Beteiligten, damit nicht ein Gesellschafter im Urlaub die Eröffnung blockiert.

Auch bei einer GbR ist die Frage berechtigt: Dürfen alle Gesellschafter allein verfügen, oder soll es eine gemeinsame Zeichnung geben? Das ist Teil Ihrer Vereinbarung untereinander und lässt sich nicht aus einer Preisliste ablesen. Halten Sie das Ergebnis schriftlich fest, am besten gemeinsam mit dem Gesellschaftsvertrag, und fragen Sie den Anbieter, welche Zugriffsrechte der Tarif überhaupt vorsieht. Mehr zur GbR im Beitrag Geschäftskonto für die GbR.

Gesellschaft in Gründung: das Konto für das Stammkapital

Bei der GmbH sind mindestens 25.000 € Stammkapital vorgeschrieben, bei der UG kann es mit 1 € beginnen. § 5 GmbHG · Stand: 04.10.2026 Bei der Anmeldung zur Eintragung muss nach § 7 Abs. 2 GmbHG mindestens ein Viertel pro Anteil eingezahlt sein, bei der GmbH insgesamt mindestens 12.500 €. § 7 Abs. 2 GmbHG · Stand: 04.10.2026 Dieses Geld muss irgendwohin. Deshalb brauchen Gründer einer Kapitalgesellschaft das Konto früh, oft schon vor der Eintragung.

Planen Sie diesen Ablauf rückwärts: Notartermin, Kontoeröffnung für die Gesellschaft in Gründung, Einzahlung, Anmeldung zum Handelsregister. Welche Nachweise Ihre Bank für das Konto einer noch nicht eingetragenen Gesellschaft verlangt, klären Sie vor dem Notartermin, nicht danach. Mehr zum Gründungsweg finden Sie im Leitfaden GmbH gründen, die Kontofragen dazu im Beitrag Geschäftskonto für die GmbH.

Kann man ein Konto eröffnen ohne Gehaltseingang?

Gehaltseingang als Bedingung kennt man von kostenlosen Privatkonten: Wer nicht regelmäßig Lohn aufs Konto bekommt, zahlt dort manchmal Gebühren. Ein Geschäftskonto folgt anderer Logik. Auf den gelesenen Preisseiten tauchte diese Bedingung bei den Geschäftskonten nicht auf, dort drehte sich alles um Tarife, Vorgänge und Karten. Vollständig gelesen haben wir die Preis- und Leistungsverzeichnisse allerdings nicht. Wenn Sie bei Ihrem Wunschanbieter sichergehen wollen, fragen Sie nach Bedingungen für den Tarif, etwa Mindestumsätze oder Mindesteingänge.

Welche Kosten kommen beim Einstieg auf Sie zu?

Viele Banken locken Gründer mit befristeten Angeboten. Das ist legitim, kann aber die Entscheidung verzerren, wenn man nur auf die ersten Monate schaut. Die gelesenen Seiten nennen drei Beispiele:

  • FYRST: Gründerkonto: im ersten Jahr 0 €, danach 10 € im Monat.
  • ING: Sechs Monate ohne Grundpreis und ohne Transaktionsentgelte, für Gründer zwölf Monate.
  • Commerzbank: Im Entdeckerangebot zwölf Monate ohne Grundpreis, danach 15,90 € im Monat.

FYRST: offizielle Konditionen · Stand: 04.10.2026 Rechnen Sie so: Wie viel würde das Konto im dritten Jahr kosten, wenn die Aktion längst vorbei ist? Ist dieser Betrag für Sie in Ordnung, ist der Einstiegsrabatt ein Bonus. Hängt Ihre Entscheidung am Rabatt, ist das ein Warnsignal. Wer ausführlich vergleichen will, findet die Mechanik hinter „kostenlos“ im Artikel Geschäftskonto kostenlos.

Ein Beispiel für die Größenordnung nach der Sparkassen-Seite: Der Tarif „FirmenKonto komfort“ der Berliner Sparkasse kostet laut Seite 19,95 € im Monat und schließt 20 Buchungen ohne Beleg ein. Berliner Sparkasse: offizielle Konditionen · Stand: 04.10.2026 Sparkassentarife sind regional und nicht einheitlich. Ihr Institut vor Ort kann andere Beträge haben. Preise ändern sich, bitte beim Anbieter prüfen.

Was für ein Konto brauche ich für ein Kleingewerbe?

„Kleingewerbe“ ist eine Alltagsbezeichnung, kein eigenes Konto und auch kein Rechtsbegriff mit eigenem Kontotyp. Rechtlich geht es um ein Gewerbe nach § 14 GewO, bei dem Sie Ihre Tätigkeit anzeigen müssen. Für die Kontowahl reicht deshalb dieselbe Liste wie oben: Ausweis, Gewerbeanmeldung, gegebenenfalls Steuer-ID. Ob Sie die Kleinunternehmerregelung nutzen, ändert an der Eröffnung nichts. Mehr dazu im Artikel Geschäftskonto für Kleinunternehmer.

Die ersten dreißig Tage nach der Eröffnung

Ist das Konto da, lohnt sich ein Ritual statt einer großen Umstellung. Machen Sie zuerst eine kleine Testüberweisung, etwa von Ihrem Privatkonto, und achten Sie darauf, wie Verwendungszweck und Absender erscheinen. Dann richten Sie die wiederkehrenden Zahlungen ein, die klar betrieblich sind: Software-Abos, Telefon, Mitgliedsbeiträge. Lassen Sie Ihre Auftraggeber die neue Verbindung erst nutzen, wenn der Zugang stabil läuft.

Besonders empfehlenswert ist ein zweiter Blick in der vierten Woche. Sehen Sie sich an, wie viele Buchungen angefallen sind, ob eine Karte fehlt und ob jemand außer Ihnen Zugriff braucht. Wenn sich der Bedarf von Ihrer Annahme unterscheidet, sprechen Sie das Konto an, bevor Sie sich an Gebühren gewöhnen. Ein Tarifwechsel in den ersten Wochen ist oft unkomplizierter als ein späterer Wechsel der Bank.

Ein Punkt wird gern unterschätzt: der Stichtag. Wer Privates und Betriebliches monatelang gemischt hat, schleppt oft Altlasten ins neue Konto. Entscheiden Sie bewusst, ab welchem Stichtag Zahlungen auf das neue Konto gehören, und halten Sie diesen Tag schriftlich fest. Das hilft später, falls Ihre Steuerberatung oder das Finanzamt nach dem Beginn der Tätigkeit fragt.

Wie viel Geld sollte man auf dem Geschäftskonto haben?

Dafür gibt es keine Vorgabe. Als praktische Orientierung dient der Gedanke, dass das Konto Ihre laufenden Fixkosten für eine Weile tragen und eingehende Zahlungen auffangen kann, die sich verspäten. Manche Selbstständige halten dafür ein bis zwei Monate Fixkosten bereit. Das ist eine Gewohnheit aus der Praxis, kein Rat für Ihren Einzelfall. Unterschiedlich ist auch, ob Sie größere Beträge lieber auf einem separaten Rücklagenkonto parken. Einige Anbieter bieten dafür Unterkonten an, was Sie in den Tarifbeschreibungen nachlesen können.

Typische Fallstricke bei der Eröffnung

  • Abgelaufene oder beschädigte Ausweise: Das scheitert beim Video-Ident oft an der Prüfung der Sicherheitsmerkmale.
  • Abweichende Adressen: Meldeadresse, Betriebsadresse und Postadresse sollten zu den Unterlagen passen, sonst entsteht Rückfragebedarf.
  • Rechtsform falsch gewählt: Ein Konto für Einzelpersonen lässt sich nicht automatisch in ein Konto für eine Gesellschaft umwandeln. Planen Sie die Rechtsform, bevor Sie eröffnen.
  • Zu früh gekündigt: Kündigen Sie das alte Konto erst, wenn Sie sicher sind, dass alle Zahlungen umgezogen sind.
  • Tarif nur aus der Werbung gewählt: Lesen Sie das Preis- und Leistungsverzeichnis, wenigstens die Zeilen, die Ihre häufigsten Vorgänge betreffen.

Das sollten Sie prüfen

  • Ob Ihre Rechtsform und Ihr Gründungsstatus für den gewählten Tarif ausdrücklich genannt sind.
  • Welche Unterlagen der Anbieter für Ihre Konstellation tatsächlich verlangt, am besten schriftlich.
  • Was das Konto nach dem Ende eines Einstiegsangebots kostet.
  • Welcher Tag bei Ihnen der Stichtag für den Umzug der betrieblichen Zahlungen ist.

Hinweis zur Transparenz: Mit einigen der genannten Online-Anbieter bauen wir Partnerprogramme auf. Links dorthin kennzeichnen wir als Werbung, sobald sie aktiv sind. Alle übrigen Banken nennen wir ohne Partnerlink. Wie wir arbeiten, steht auf der Seite Transparenz.

Wenn Sie nach dem Lesen die Angebote nach Ihren eigenen Kriterien filtern möchten, öffnen Sie den Geschäftskonto-Wegweiser. Den größeren Zusammenhang finden Sie im Leitfaden Geschäftskonto: Kosten, Anbieter und Eröffnung.

Häufige Fragen

Was braucht man für ein Geschäftskonto?
Für Einzelunternehmer und Freiberufler nennt die Gründerplattform ein gültiges Ausweisdokument, die Steuer-ID oder einen Nachweis über die Selbstständigkeit und bei einem Gewerbe die Gewerbeanmeldung. Gründerplattform: Geschäftskonto eröffnen · Stand: 05.10.2026 Bei Gesellschaften kommen Gesellschaftsvertrag, Gesellschafterliste, Vollmachten und Registerauszüge hinzu. Was ein Anbieter im Einzelfall verlangt, entscheidet er selbst.
Kann ich als GbR ein Geschäftskonto bei der ING eröffnen?
Eine ausdrückliche Aussage zur GbR haben wir auf den gelesenen ING-Seiten nicht gefunden. Die ING verweist für Unternehmen und Gründer auf eigene Seiten, die wir nicht gelesen haben. Fragen Sie dort nach der Rechtsform GbR und halten Sie Ausweise aller Gesellschafter sowie den Gesellschaftsvertrag bereit.
Kann man ein Konto eröffnen ohne Gehaltseingang?
Gehaltseingang als Bedingung kennt man von Privatkonten. Auf den gelesenen Preisseiten der Geschäftskonten war davon nicht die Rede. Da wir die vollständigen Preis- und Leistungsverzeichnisse nicht ausgewertet haben, fragen Sie beim gewünschten Tarif nach möglichen Mindestumsätzen oder Mindesteingängen.
Wie viel Geld sollte man auf dem Geschäftskonto haben?
Es gibt keine Vorgabe. Üblich ist ein Puffer, der die laufenden Fixkosten eine Weile trägt und späte Zahlungen auffängt. Wie hoch er sein sollte, hängt von Ihrem Betrieb ab und ist keine Rechtsfrage.
Was für ein Konto brauche ich für ein Kleingewerbe?
Ein „Kleingewerbe“ ist rechtlich ein Gewerbe, für das Sie ein normales Geschäftskonto oder, falls Ihr Anbieter das zulässt, ein Konto für Selbstständige nutzen können. Üblich sind Ausweis und Gewerbeanmeldung. Die Kleinunternehmerregelung ändert an der Kontoeröffnung nichts.
Wie viel kostet ein Geschäftskonto bei der Sparkasse?
Das hängt von der Sparkasse vor Ort ab. Bei der Berliner Sparkasse nennt die gelesene Seite für „FirmenKonto komfort“ 19,95 € im Monat mit 20 Buchungen ohne Beleg. Der Einstiegstarif „pur“ war auf der Seite ohne Preis, und andere Sparkassen können abweichen. Mehr im Beitrag Sparkasse Geschäftskonto.

Quellen und Stand

Keine Steuer- oder Rechtsberatung. Bei Einzelfragen: Steuerberater oder zuständige Behörde.